Fachvortrag von Prof. Dr. Karim Fereidooni setzt starke Impulse
Auftakt der Internationalen Wochen gegen Rassismus
Mit einer voll besetzten Aula und spürbarer Energie eröffnete die Kaufmännische Schule Böblingen ihre diesjährigen Aktivitäten rund um den Internationalen Tag gegen Rassismus am 21. März 2026. Schon der intensive Auftritt der Schulband zeigte: Diese Schule lebt Vielfalt – und sie nimmt Haltung ein.
Die Veranstaltung wurde vom Verein „Landkreis Böblingen bleibt bunt“ organisiert und bildete den Auftakt der Internationalen Wochen gegen Rassismus, die unter dem bundesweiten Motto „100 % Menschenwürde. Zusammen gegen Rassismus und Rechtsextremismus“ vom 16. bis 29. März 2026 stattfinden.
Im Zentrum des Tages stand der Fachvortrag des Rassismusforschers Prof. Dr. Karim Fereidooni (Ruhr Universität Bochum). Mit großer Klarheit und eindrücklichen Beispielen zeigte er auf, wie Rassismus im Alltag entsteht – häufig leise und unsichtbar, in Routinen, Blicken oder kleinen Entscheidungen, die nicht böse gemeint sind, aber diskriminierend wirken.
Besonders bewegend war seine Darstellung, wie früh Kinder solche Muster übernehmen: Schon im Kindergartenalter strukturieren sie Gruppen entlang sichtbarer Merkmale. Das eröffnet Chancen – denn was früh gelernt wird, kann auch früh hinterfragt und verändert werden. Ebenso betonte Fereidooni, wie wichtig es ist, Betroffenen zuzuhören und ihre Erfahrungen anzuerkennen. „Anerkennung ist keine Nettigkeit – sie ist eine Grundvoraussetzung professioneller Arbeit“, unterstrich er.
Im Anschluss stellten Schülerinnen und Schüler ihre Projekte vor, darunter das kreative Stadtmodell „Utopia“, das Vielfalt aus vier Perspektiven – Alter, Religion, Einschränkung, Fürsorge – erfahrbar macht. Die Beiträge zeigten eindrucksvoll, wie reflektiert sich junge Menschen mit Themen wie Zugehörigkeit, Diskriminierung und Chancengerechtigkeit auseinandersetzen.
Eine lebendige Podiumsdiskussion mit Schulleitung, Regierungspräsidium, Sozialdezernat, Professor Fereidooni und Vertreter*innen der Schülerschaft machte deutlich: Eine diskriminierungssensible Schule braucht Mut, klare Strukturen und Menschen, die Verantwortung übernehmen. Dazu gehören transparente Meldewege, gelebte Fehlerkultur und eine Haltung, die Vielfalt konsequent ernst nimmt.
Die Kaufmännische Schule Böblingen zeigt, wie dieser Weg aussehen kann – mit Engagement, Offenheit und dem Ziel, ein Lernort zu sein, an dem alle sicher, gesehen und willkommen sind.